«Mir kommt es nicht auf kurzfristige Erfolge an» (Quelle: Berliner Morgenpost)

Kevin Spacey spielt die Hauptrolle in «Schiffsmeldungen» und stellt seinen Dokumentarfilm über alte Menschen vor

Von Markus Tschiedert

Für seine Rolle als Familienvater in «American Beauty» wurde Kevin Spacey mit einem Oscar ausgezeichnet. Auf der Berlinale stellt er neben dem Wettbewerbsbeitrag «Schiffsmeldungen», in dem er die Hauptrolle spielt, den von ihm produzierten Dokumentarfilm «Uncle Frank» über das Leben alter Menschen in den USA im Forum vor.

Mr. Spacey, für einen Hollywoodstar ist es ungewöhnlich, dass er sich einem kleinen Dokumentarfilm widmet.

Als mir Regisseur Matthew Ginsburg die ersten 25 Minuten seines Films zeigte, war ich total hingerissen. Ich finde es so wichtig, unsere älteren Mitbürger nicht zur Seite zu schieben. Als 11-Jähriger besuchte ich mal ein Altersheim, in dem jeder aufgenommen wird, der mindestens 20 Jahre im Filmgeschäft war; egal, ob Schauspieler, Regisseure oder Bühnenarbeiter. Das hat mich sehr geprägt, und noch heute singe ich jedes Jahr Weihnachtslieder für die Heimbewohner. Damals wurde mir bewusst, dass sie uns Jungen den Weg geebnet haben.

Es geht in «Uncle Frank» ums Älter werden und um den Tod. Ist es für Sie ein beruhigendes Gefühl, durch Ihre Filme so etwas wie Unsterblichkeit zu erlangen?

Es fällt mir sicherlich leichter als anderen, mich mit solchen Themen auseinanderzusetzen, aber nicht durch die Aussicht, dass meine Filme auch noch nach meinem Ableben existieren werden, sondern weil ich den Kontakt zu alten Menschen pflege. Viele von ihnen gehören zu meinen besten Freunden und unterstützten mich mit Rat und Tat.

In «Schiffsmeldungen» erlebt man Sie als Mann, der vom Schicksal hart getroffen wird. Es scheint, dass Sie seit «American Beauty» auf solche Rollen fixiert sind?

Ich sehe schon Unterschiede zu meinen anderen Rollen, die ich viel lebhafter und ironischer spielte. Aber es gibt auch Menschen, die jeden Tag von neuem ihren Alltag schaffen müssen. Ich kenne solche Phasen selbst. Deshalb war es für mich eine Herausforderung, einen Charakter zu formen, der sich vor allem durch Schweigen auszeichnet ist und keine Gefühle mitteilen kann.

Wie hat sich mit dem Erfolg von «American Beauty» Ihr Leben verändert?

Es hat sich mehr von außen als von innen geändert. Meine Familie und meine Freunde standen wirklich hinter mir. Deshalb hat sich mein Leben hoffentlich nicht verändert. Zumindest empfinde ich es so, noch der Gleiche zu sein wie vor 20 Jahren. Wenn man nur wegen Anerkennung und Auszeichnungen Schauspieler wird, hat man den falschen Beruf gewählt.

Lebt man als Hollywoodstar nicht in ständiger Angst, seine Machtposition wieder zu verlieren?

Eine Karriere verläuft nie geradlinig. Manchmal ist man oben, manchmal unten. Ich habe meine Karriere nie geplant, sondern habe mich diesem Beruf voll und ganz verschrieben. Mir kommt es nicht auf kurzfristige Erfolge an. Trends interessieren mich nicht. Ich will meine Visionen verfolgen.

[News] [Biografie] [Photogallery] [Kevin Art] [Events] [Anekdoten] [Filme] [Theater] [Presse/Interviews] [Zitate] [Auszeichnungen] [Kevin im Fernsehen] [Links] [Quiz] [Games] [Guestbook]